Personalgespräch.

Schon mal gehört das Wort? Personalgespräch? Also, ich noch nicht. Unbedarft nach der Bedeutung befragt, hätte ich vielleicht gemeint, die Unterhaltung zwischen Gast und Kellner wäre ein Personalgespräch oder der Begriff bezeichne den Tag der offenen Bürotür bei Wir-sitzen-doch-alle-in-einem-Boot-Scheffs. In der Sache gesehen hat die Bezeichnung einiges von beidem, aber ein Gespräch findet eigentlich doch nicht statt, obwohl viel geredet wird. Es ist einfach zu viel Inquisition dabei.

Der Anruf kam im Dienst, der Termin sollte am nächsten Tag, meinem freien Tag sein, was mich gleich sauer machte, denn so viel Freizeit lassen einem diese elendlangen Schichten nicht. Am Telefon überrumpelt, stimmte ich dennoch zu, ahnte auch gleich Schlimmes und versuchte rauszukriegen, was eigentlich gehauen und gestochen war. Man hielt sich bedeckt, aber der Tonfall ließ keinen Zweifel an der Schwere der zu besprechenden Taten. Ein kurzer Anruf meinerseits brachte die Erkenntnis, dass es Vorfälle gegeben habe. Aber auch von diesem "Kollegen" kam nicht mehr als "ich-weiß-auch-nicht". Nun gut.

Der Firmensitz liegt fast schon außerhalb der Stadt, also weit über den Hügeln im Walde. Zum Glück war ich diesmal motorisiert, verspätete mich aber dennoch um drei Minuten, da Autos nicht nur offizielle Wege nutzen müssen, sondern auch Parkplätze benötigen und man anschließend doch wieder laufen muss, was meine Zeitplanung völlig durcheinander brachte. Ich entschuldigte mich, wurde jovial beruhigt, schließlich wären drei Minuten noch im Limit (wer legt das eigentlich fest?) und dann bat man mich in die Folterkammer, ein Büro mit schalldichten Türen.

Sie hatten schwere Geschütze aufgefahren. Bereichsleiter, Personalchef und noch ein Scheff, den ich nur vom sehen kannte, ein Brocken von Kerl mit Bürobauch, Wegschubsschultern und Spatenzähnen. Strahlelächeln natürlich. Augen wie glasierte Keramik. Mir wurde unwohl. Sehr unwohl sogar.

"Na dann beginne ich mal", hub der Personaler an. "Was glauben sie denn, warum wir sie hergeholt haben?" Oder so ähnlich. Genaue Wortlaute habe ich nicht mehr im Gehirn, zu viel wurde gequatscht, zu entrüstet klangen die Anschuldigungen und es ist für niemanden leicht, dreimannhoch als unfähig bezeichnet zu werden. Das Wort fiel zwar nie, letztlich läuft es aber darauf hinaus, wenn man den Parametern nicht genügt. Und nicht genügt hatte ich. Oder besser gesagt, ich hatte mich nicht eingefügt.

Die Liste der Vorwürfe war lang. Arrogant würde ich wirken. Vorlaut sein. Eine lässige Dienstauffassung haben. Frühmorgens (5:00) fast wieder einschlafend am Counter (im Zoo) hängen. Besucher duzen. Eine E-Mail wäre abgeschickt worden, eine persönliche! E-Mail, über das Mailsystem des Kunden. Handybenutzung im Dienst, ausdrücklich verboten und von mir unterschrieben. Einen Laptop hätte ich dabeigehabt. Bücher gelesen. Einen Raum unbefugt betreten. Eine Drehtür nicht verschlossen. Ein Fenster angekippt gelassen. Die Dienstunterlagen nicht vorschriftsmäßig ausgefüllt. Ermahnt worden wäre ich, mehrfach. Keinerlei Wirkung hätte das gehabt. "Ja sagen sie uns doch mal, wie stehen sie den zu all dem?"

Das Schwierige bei all dem war, dass ich sehr viel und schnell denken und berechnen musste. Derweil jeder der drei abwechselnd auf mich einquakte, jeweils etwa fünfzehn Minuten lang. Mir war schnell klar, was da lief und laufen sollte. Nicht klar war mir, ob ich da durch kam.

Natürlich waren die Vorwürfe gerechtfertigt. Die Firma verkauft eine Dienstleistung und die Konkurrenz ist mörderisch. Da muss jeder Sklave perfekt konditioniert werden, deshalb sind die Vorschriften rigide und von dieser Warte aus richtig. Ich habe nicht das Mailsystem des Kunden zu nutzen, auch wenn die Nachricht an einen seiner Angestellten ging. Ich habe Gäste nicht zu duzen, obwohl das nur ein einziges Mal vorkam und die Jungs bester Laune waren und blieben. Ich habe kein Handy zu haben und während der verdammten zwölf Stunden, die eine Schicht dauert, habe ich kein Mensch mit sozialen Bindungen zu sein. Eine Drehtür muss verschlossen sein, wenn Verschluss angesagt ist, auch wenn durch das Ding nur hinaus- nicht aber hineingelangt werden kann. Ein Fenster im Erdgeschoss hat nicht angekippt zu sein, das ist eine deutliche Einbruchsgelegenheit. Ich sah ein, dass ich drei Fehler gemacht hatte.

Erstens war meine Annahme irrig, dass der Job im Bewachungsgewerbe nicht so besonders anspruchsvoll wäre und ich die Sache relativ locker angehen könnte. Man sitzt permanent auf dem Präsentierteller. Zweitens gibt es offenbar keine Privatsphäre im Dienst. Jede einzelne meiner Fehlleistungen war dokumentiert worden, was bedeutete, dass die Kollegen alles brühwarm weitergetragen hatten. Drittens habe ich es bisher in jedem Job verstanden, Mensch zu bleiben, das heißt, auch scheinbar langweilige Dienststunden und -tage auf die eine oder andere Art und Weise doch als Lebenszeit zu verstehen und zu genießen, in Grenzen natürlich. Eine ruhige, manchmal lockere Atmosphäre zu schaffen, in der man sich wohlfühlt. Ich erinnere mich an eine Indianistik-Gruppe, die für ein Fest im Zoo engagiert worden war und die in voller Kriegsbemalung hereinkam. Ein anerkennendes Indianergeheul schien mir angebracht und die Leute verstanden den Gag richtig und stimmten lautstark ein. Genau das wurde mir entrüstet zum Vorwurf gemacht, damit würde die Seriosität der Dienstleistung untergraben, direkt geschäftsschädigendes Verhalten wäre das und zusammen genommen würde alles für mindestens sechs Abmahnungen genügen und damit wäre ich draußen, aber sowas von. Nichts mit Arbeitsgericht, das wäre wasserdicht. Offenbar hat man schlechte Erfahrungen gemacht.

Ein Gespräch war es also wie gesagt nicht. Anklage und Beweisführung benötigten keine Mitarbeit, das Einzige, was gehört werden wollte, waren Laute der Unterwerfung. Ich habs versucht, wirklich. Ich bin ein jämmerlicher Schauspieler.

"Also, ich sage ihnen ehrlich, so wie sie schon da sitzen, ich nehme ihnen das nicht ab!" Der Personaler ritt am Anfang noch auf der Kumpelschiene ("Ich komme auch vom Bau, ich weiß wie das ist und Arbeitslosigkeit, da erzählen sie mir auch nichts neues, glauben sie mir..."), aber er durchschaute mich auch. Ich bin ein verdammt beschissener Befehlsempfänger. Und alles weniger als ein Pedant. "Pedantisch zu sein ist in diesem Beruf eher von Vorteil, das sage ich ihnen so wie´s ist. Und ich sehe nicht, dass sie das leisten können. Das sehe ich einfach nicht."

Ich schaue sie mir an und weiß, hier ist jedes Wort vergebens. Sie sind, wie sie sind und da ist nicht mehr viel menschlich. Sie sitzen da in ihren schicken Büroanzügen, das Logo der Firma auf Ansteck- und Krawattennadeln, glattgeschliffen und verhärtet wie Bachkiesel, gepresst von Existenz- und Karriereängsten, vernagelt von Erfolgszwang und Statusdenken. Wir sind durch Universen getrennt. Ich kann ihnen nicht klarmachen, dass ich eine Sache nicht unbedingt ernst nehme, nur weil man damit Geld machen kann. So wenig, wie ich Leute achte, nur weil sie welches haben.

Natürlich verstehe ich sie. Ich verstehe auch die Kollegen, für die es schließlich um die blanke Existenz geht. Auftragsverlust heißt Arbeitsplatzverlust und die Branche wird immer härter. Und Aufträge verloren haben wir im letzten Jahr genug. Das kann, vor allem wegen eines Schlawiners wie mir ganz schnell gehen. Der Witz dabei ist, dass man sich vor Ort um ein gutes Verhältnis zum Auftraggeber bemühen kann wie man will, die Entscheidungen haben ganz klar finanzielle Grundlagen und werden in ganz anderen Büros getroffen von Leuten, die uns nie zu sehen kriegen. Die TU zum Beispiel hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als sie eine neue Sicherheitstruppe einarbeiten musste, noch heute läuft dort alles durcheinander, hab ich gehört. Aber das letzte Wort hatte nicht die Uni-Leitung, sondern der Landesrechnungshof. Punkt und aus.

Die Henkersknechte zeigen nun die Folterwerkzeuge. Abmahnung sowieso, eigentlich wäre fristlose Kündigung gerechtfertigt, da soll ich mir nichts einbilden. Noch einmal wird die Liste der Verfehlungen hergebetet und dreifach Entrüstung vorgetragen. Dann ist es überstanden. Sie lassen mir drei Tage, um zu entscheiden, ob ich den Job richtig ausfüllen kann und werde oder nicht. Ich soll anrufen, wenn nein, dann wird die Kündigung fristgemäss erfolgen und ich bekomme Arbeitslosengeld. Na das klingt doch fair.

Und ich weiß ehrlich nicht, was ich machen soll.

Den Job brauche ich, soviel steht erst mal fest. Aber weg muss ich auch, da hat der Personaler recht, auch wenn er sich nicht durchsetzen konnte. Kann ich denn auf Schicht gehen in dem Wissen, permanent bespitzelt zu werden, keinen Fehler mehr machen zu dürfen, vielleicht kein einziges persönliches Wort mehr zu wechseln? Und kontrolliert werde ich, das wurde mir konkret angekündigt. Ich habe nicht durchschaut, wie viel von der Veranstaltung Konditionierungsshow war oder ob sie es ernst meinten. Aber ich weiß, je länger ich bleibe, desto mehr von mir wird vor die Hunde gehen. Ich bin kein dumpfer Stundenschrubber, ich bin ein Hinterfrager und Andersmacher und eine Uniform kann mein Wesen und meine Laune nicht verstecken, das will ich gar nicht. Ich soll aber. Merde.

Ich kann nur hoffen, dass nichts so heiß gegessen wie gekocht wird und dass ich irgendwie die Kurve kriege. Zumindest für dieses Jahr noch.

Und ich sollte vielleicht aufhören solche Bücher zu lesen.

Irgendwo im Blog hab ich mal was über Diktaturen und Humorlosigkeit geschrieben. Also eins ist Fakt: Meine Arbeitgeber sind humorloser als eine Horde Ayatollas.

Bitte, kann irgendwer aus mir einen braven, fernsehglotzenden und bildzeitungslesenden Idioten machen? Ich verklag auch niemanden...;-)
creature - 24. Okt, 18:56

einen Zirkusbären

brauchen die, der mit dem Nasenring herumgeführt wird und tanzt wenn die Leute es wollen...

Cats - 24. Okt, 20:16

Also wenn Sie ein '... braver, fernsehglotzender und bildzeitungslesender Idiot ...' werden, dann les ich Sie nie wieder! :) Aber mal ehrlich - das ist bitter, bitter böse. Wenn Sie irgendeine Chance sehen, einen anderen Job zu bekommen, dann lassen Sie sich die Kündigung geben. Mit solchen Kollegen wollen Sie nicht wieder arbeiten, wenn Sie wissen, daß jeder Handgriff, den Sie tun, irgendwo dokumentiert und weitergegeben wird. Ich kann Ihren Ärger nachvollziehen, ich weiß selbst am besten wie es ist, wenn man im Job bespitzelt wird (mir hat man mal eine Detektei auf den Hals gehetzt, weil man meinte, ich würde schwarzarbeiten). Und gegen diese drei Spalter anzureden bringt Ihnen nicht ein Stück, im Gegenteil, denn ich glaube, die haben ihr Feindbild längst gefunden und zwar leider Gottes in Ihnen. Sie könnten noch so gute Argumente haben, es würde nichts nützen. Trotz allem - bleiben Sie ein Hinterfrager und Mitdenker. Es gibt Firmen und Menschen, die so etwas sehr zu schätzen wissen.

JollyOrc (anonym) - 24. Okt, 20:20

raus da...

...sofort!

Klingt leicht, wenn man selbst noch einen festen Arbeitsplatz hat, aber was Du da schilderst geht gar nicht. Niemand kann immer, und niemand sollte einfach nur eine Drohne sein.

Schon alleine die Tatsache, daß sie zu Dir zu Dritt gegenübersitzen mussten, sollte aufzeigen wieviel Show das eigentlich ist, gedacht um Dich einzuschüchtern.

Anna (anonym) - 24. Okt, 20:36

:-\

Bitter, das, wenn Du den Job brauchst. Aber Du kannst da nicht bleiben. Was Du nicht bist, bist Du nicht. (Ich hab das auch mal versucht, war der größte Fehler, den ich machen konnte.)

Nun... ich kann nicht viel tun außer Dir viel Glück beim Suchen zu wünschen. Das tu ich, fervently.

acqua - 25. Okt, 00:03

Was am schlimmsten ist: Dass du es geschafft hattest, dich sogar in diesem langweiligen, von dir nicht wirklich angestrebten Job einzurichten, dich mit der Situation zu arrangieren und ihr positive Seiten abzugewinnen und dass man dir diese Inseln jetzt wegnehmen will und anscheinend auch kann. Demoralisierend!

opatios (anonym) - 25. Okt, 01:50

Was tun, sprach Zeus...

An dem Job liegt Dir nicht viel, wie ich annehme, aber Du brauchst ihn wegen der Kohle- wie die meisten.
Wenn dem so ist, dann ist klar was Du machen kannst:
- Deinen Herren und Meistern klarmachen dass Du Deine Arbeit in Zukunft gewissenhaft machen wirst,
- ab sofort Rübe einziehen und Dienst nach Vorschrift mit dem Gedanken daß Du nach Schichtende wieder Mensch bist, bis dahin jedoch Wachmann,
- für nach dem Dienst ein Ventil suchen (notfalls Boxhandschuhe und Sandsack, so in der Art, wenn Du sonst explodierst)
- zusehen dass Du nen anderen Job findest, weil dass es so auf Dauer nicht weitergehen kann ist sonnenklar.

Leider hab ich keine besseren Ratschläge- nur ein klein bißchen Erfahrung mit ungeliebten Jobs "ganz unten", aber bis auf ein paar Monate bei der Truppe hatte ich nie was mit Wachen&Schließen zu tun...

Tina (anonym) - 25. Okt, 02:16

Au Backe...

... das klingt nicht gut.

Erinnert mich an die Zeiten, in denen eine Kollegin und ich aufgrund menschenunwürdiger Zustände in "unserem" Callcenter einen ersten Betriebsrat installierten, und nach dem Outing ("Ja, wir waren die!") auf Schritt und Tritt verfolgt wurden. Der Feind im Pausenraum. Da werden nette Kollegen zu Spitzeln, weil sie sich von der GF Bonbons für Informationen erhoffen - widerlich. Ich habe das damals nur auf mich genommen, weil ich nur noch wenige Wochen dort zu arbeiten hatte und wußte, daß ich als Wahlvorstandsmitglied Kündigungsschutz genießen würde. Die Kollegin leidet leider noch heute unter Bespitzelung, Unterstellungen und Feindseligkeiten. Die vergessen nicht.

Kurzum: Das wird Streß. Ich schließe mich daher den Vorrednern an: Wenn Sie es irgendwie anders schaffen und andere Möglichkeiten des Gelderwerbs haben, dann verlassen Sie den Laden. Wenn nicht, Zähne zusammenbeißen, bis die andere Stelle da ist.

So blöd das klingt, als Außenstehende, aber alles andere würde ja mit sich bringen, daß Sie sich langfristig beugen. Das sind nicht Sie und das ist nicht das, wofür wir alle Sie so schätzen.

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen alles Gute und viel Kraft,

Tina

fragmente - 25. Okt, 10:05

Bitter, sehr bitter. Ich mußte beim Lesen ziemlich schlucken, auch wenn ich es bewundernswert finde, wie Du versuchst, die Seite der Arbeitgeber verständlich zu machen.
Alt werden wolltest Du in diesem Job ja ohnehin nicht, oder? Mir scheint - und vielleicht lehne ich mich damit zu sehr aus dem Fenster - daß da eine Entscheidung für Dich getroffen wurde, die ohnehin anstand.

midori (anonym) - 25. Okt, 13:44

Wie schwer es mir jetzt auf der Brust liegt nach dem Lesen.
Es liegt hoffentlich so: die Dinge werden sich ändern, zwangsläufig, und es wird nicht schlimmer kommen können, als es jetzt ist. Das zumindest wünsche ich Ihnen von Herzen.

Sirko (anonym) - 25. Okt, 16:56

Ich weiß nicht, ob es besser ist, einen Job zu haben, bei dem man den Kopf frei hat oder einen, bei dem man mit Herzblut bei der Sache ist. Dann hat man allerdings den Kopf auch nach der Arbeit selten frei. Allerdings dürfte jetzt der emotionale Streß nach Feierabend nicht mehr sofort vergessen sein.
Mit Deiner bildhaften Sprache hättest Du bestimmt gute Chancen in der schreibenden Zunft. Nun ja, sowas sagt sich einfach als Außenstehender. Jobs findet man nicht auf der Straße. Ich wünsch Dir von Herzen viel Erfolg und Aufgeschlossenheit.

Keto (anonym) - 25. Okt, 18:23

zur Motivation...

Ich hab' heute einen schönen Spruch gelesen - bei einer Kollegin.

"Trau Dich" war die Überschrift:

"Was immer Du tun kannst oder erträumst zu können, beginne es. Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft. Beginne es jetzt."

J. W. v. Goethe

Ich denke, Du weißt, was ich damit meine - oder?

Claudia (anonym) - 25. Okt, 18:29

Oh je, die haben ja wirklich alles notiert und weitergegeben. Der Gedanke mit solchen Kollegen zu arbeiten ist wirklich ein Alptraum. Aber manchmal ist der Alptraum unsere Realität.
Was würde ich machen, in einer ähnlichen Situation? Eine neue Stelle suchen, aber auf keinen Fall vorher das Feld räumen.

der_rex (anonym) - 25. Okt, 19:18

FUCK! FUCK! FUCK!!!

Goddammit! Ich fühle mit Dir. Bin auch aus nem Job gemobbt worden und sass vor ner Kommission und musste mich rechtfertigen. Hats bei Dir auch weh getan? Ich hatte hinterher Magenschmerzen... Diese Fucker! Ich wünsche ihnen sämtliche Kamelflöhe der Sahara an den Arsch! Allen dreien! Und den KollegenPetzen gleich mit. Verbiegen bringt aber niks. Meine Meinung. Look for something new. O.k., leicht gesagt. Zu Deinem letzten Satz: ignorance is bliss! big bear hug!

Fountain - 25. Okt, 21:19

Noch gestern habe ich einen Text in meinem Blog zu einem ähnlichen Thema geschrieben. Und so makaber es klingen mag, Ihr Text machte mir Mut. Danke.

muh-muh (anonym) - 26. Okt, 22:13

Muß es denn ...

... unbedingt Dresden sein? Und was würdest Du überhaupt gerne machen?

Ein Gast (anonym) - 26. Okt, 22:58

Also die Wachmännern, die ich kenne..

sind erzkonservativ bis revanchistisch (man könnte auch "kackfarben" sagen...) . Bei der Lektüre, die Du da liest, kann das ja nur Ärger geben :-) Wahrscheinlich hast Du auch noch lange Haare und bist damit eindeutig vom Typ "langhaariger Bombenleger"...
Na, dann noch viel Spaß bei den Jungs...

Aber mal was zu dem Personalgespräch:
Der Zweck solcher "Gespräche" ist meist
(a) den Delinquenten zu einem Zugeständnis zu pressen oder
(b) ihm eine Schuld anzuhängen.

Fall (a) tritt z. Bsp. ein, wenn man Dich rauswerfen will, hier aber entweder die formalen Kriterien für eine fristlose Kündigung nicht gegeben sind (mal angenommen, Du hast überhaupt eine Kündigungsfrist) oder dem Unternehmen im Kündigungsfall die Zahlung einer hohen Abfindung droht. In diesen Fällen wirst Du mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen zugebombt, bis Du "reif" für das Unterschreiben eines "erlösenden" Aufhebungsvertrags bist. Damit wäre dann Kündigungsfrist und/oder Abfindung futsch!

Fall (b) entsteht, wenn z. Bsp. Dein Chef Mist gebaut hat und er jetzt einen Schuldigen braucht, um nicht von _seinem_ Chef 'nen Kopf kürzer gemacht zu werden. In dem Fall steckte ich mal. Netterweise bekam ich vorher einen Tipp und nahm zu der Runde ein Diktiergerät mit... (hab's hochoffiziell mit dem Spruch "Sie sind sicher einverstanden, dieses Gespräch für's Protokoll aufzuzeichnen" auf den Tisch gelegt => das war eine richtig nette Unterhaltung :-)

Ein probates Gegenmittel gegen Fall (a) ist übrigens sich klar zu machen, daß man eine solche Unterhaltung jederzeit verlassen kann! Und sollte man Dich daran hindern wollen, hast Du sicherlich ein Handy dabei... Zur Not das In-der-Hosentasche-110-tippen üben ,-)

Fazit:
Da Dir bei dem Gespräch nicht wirklich etwas zugestossen ist, war es tatsächlich nur eine sehr deutliche Verwarnung. Und wahrscheinlich werden Sie "beim nächsten Mal" _dieses_ Meeting als Abmahnung für genau den Fall benutzen wollen, den Sie Dir _dann_ vorhalten. Ansonsten - falls Du gar keinen Kündigungsschutz hast - haben Sie vielleicht auch nur Spaß an sowas %-/

Ich wünsch Dir alles Gute!!!

Thomas

Haarbueschel (anonym) - 27. Okt, 08:46

Solche Erfahrungen sind mir auch nicht fremd. Sowas kann man auch mal eine Zeit aushalten, wenn es nicht anders geht, aber irgendwann wird es Dich körperlich krank machen. Spätestens dann muss man gehen. Ich hoffe, Du schaffst das, irgendwie, so bald wie möglich.

malte (anonym) - 1. Nov, 15:54

Vom Kriechen und Knirschen

Dass sie einen auch noch kriechen lassen müssen, damit man einen Job erledigt, der einen, würde man ihn anders ausfüllen, erledigen würde. Mögen sie Nachts mit den Zähnen knirschen!

Sanníe (anonym) - 1. Nov, 16:08

Ich kenne Dich nicht

aber es klingt, als müßtest Du da weg. Ich würde die Herren darum bitten, eine betriebsbedingte Kündigung auszusprechen und Dich ab sofort freizustellen.

Mit einer fristlosen kommen sie eh nicht durch, mit einer verhaltensbedingten bekommst Du mit ziemlicher Sicherheit 12 Wochen Sperre beim Arbeitsamt. Viel Glück, auch für die Suche nach was Besserem.

Aus einem Dilemma gibt es immer zwei Auswege, sagt ein jüdisches Sprichwort. Wenn Sie es sich zutrauen, mein bester Herr Remington, würde ich ihnen fast nahelegen, Ihrem bisherigen Arbeitgeber künftig als Konkurrent zu begegnen. In puncto Personalführung wären sie ihm mit Sicherheit um Längen vorraus.

In München hat das Bewachungsunternehmen Carl Wiedmeier GmbH die Münchner Verkehrsbetriebe schon vor Jahren als Kunden verloren, weil die Fahrgäste sich von den "Schwarzen Sheriffs" eher bedroht als beschützt sahen. Kein Wunder! Die Herren waren nicht nur schwarz uniformiert, mit mächtigem Revolvern, Handschellen und Gummiknüppel behängt, sondern vor allem grundsätzlich miserabel gelaunt. Aus dem gleichen Grund dürfen sie auch längst den Biergarten am Chinesischen Turm nicht mehr bewachen.

Ein Sicherheitsdienst müsste doch in erster Linie die Kunden des Auftraggebers zufriedenstellen. Mit übellaunigen Mitarbeitern, denen jede menschliche Regung untersagt ist, kann das wohl kaum klappen.

Vielleicht gibt es auch in Ihrem jetzigen Arbeitsverhältnis stichhaltige Argumente für gute Laune. Können Sie da nicht einige Situationen aufzählen, in denen es zu Handgreiflichkeiten gekommen wäre, wenn Sie nicht fröhlich hätten reagieren können?

jan(TM) (anonym) - 2. Nov, 13:24

So Gespräche kenn ich aus DDR Zeiten, statt so weiter zu machen - schlag ich dir sofortigen Suzizid vor. Brauchst kein Geld mehr und die Leute bist du auch los - ausserdem kommst du nicht in die Gefahr deine Kollegenschweine bespitzeln zu müssen(kommt sicher als nächstes "Sie müssen verstehen, ein Unternehmen wie unserers da ist innere Kontrolle einfach unabdingbar").

Kündigen und sich einen menschlicheren Arbeitgeber suchen, wäre einen Möglichkeit - ist aber anstrengend.

Noch eine Buchempfehlung: Erich Mühsam "Trotz allem Mensch sein", gibts als Reclam und lässt sich einfach hinter der aufgeschlagenen Bild verstecken.

SirDregan - 2. Nov, 18:13

oh my

such dir einen anderen Job. Jetzt. Sofort!

Mathias (anonym) - 2. Nov, 20:06

Sorry, kenne Dich nicht,

aber man kann nur bei den Dingen gut sein, die man wirklich mag. Ist meine Erfahrung. Also solltest Du sehen, daß Du da wegkommst. Modulo Geld, natürlich ;-)

Richard (anonym) - 3. Nov, 08:38

Geh zum Anwalt - vor der Kündigung

Habe ich auch gemacht. Zum Fachanwalt für Arbeitsrecht. Habe ihm meine Situation geschildert, befürchtete Entlassung bla, bla. und er hat mir Tipps gegeben was ich machen darf und was auf keinen Fall. Ausserdem sollte ich schon einmal bestimmt Informationen sammeln und aufschreiben. Lange Rede kurzer Sinn. Meine Entlassung hat sich über 12 Monate hingezogen und wurde dann mit angeblichem Arbeitsmangel begründet. Kündigung. Kündigungsschutzklage (schon allein wegen Arbeitsamt, die wollen sonst gerne das Eingenverschulden erkennen und 12 Wochen sperren). In den darauf folgenden Verhandlungen hat der Anwalt, zusammen mit meinen Notizen, es geschafft, die Abfindung von 3 Monatsgehältern (soviel stand mir vom Gesetz her zu) auf 12 Monate hochzuverhandeln. Und nichts davon ist auf mein ALG1 angerechnet worden (und das Amt hatte sich sooo bemüht). Nach 9 Monaten Arbeitslosigkeit habe ich dann auch wieder einen (unbefristeten) Job gefunden. Aber das ist eine andere Geschichte. Deshalb: GOOD LUCK!

OliverG - 5. Nov, 21:43

keine fehler machen

keine Fehler machen - geht nicht, wenn die Spitzel einsetzen. Das ist verlorene Liebesmüh- Guck dass du als Quittung für die Kündigung mit nem guten Zeugnis rauskommst. (U never know.)

Es ist wohl in der Tat Zeit, die 'Luft', die Dir das gibt, zur Entfaltung deiner Talente zu nutzen.

Vielleicht damit anfangen vom ersten ALG "Wir nennen es Arbeit" zu kaufen.

Und ich helfe gern, jederzeit. (Na ja, 900-2200 ;) ) Ernsthaft.

[Background, damit mich keiner haut: ich bin ne Woche lang mit Remington (abends) rumgezogen und wir haben ziemlich viel gequatscht, über seine Berufslaufbahn bisher und auch über das, was 'eigentlich' sein könnte ;) ]

don_andy - 11. Nov, 01:02

Arroganz, Überheblichkeit, ...

..sind so die üblichen Keulen, die Einem bei solchen Gesprächen um die Ohren gehauen werden.

Habe ich auch erst unlängst erfahren, als man mir mitteilte, daß ich die Probezeit nicht bestehe.

Du hast mein ehrliches Mitgefühl. Das sind Situationen, die man keinem Menschen wünschen kann.

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Orkpiraten - 24. Okt, 20:32

Drohende Drohnen

Lest mal bei Remington. Da kommt... [weiter]