Das Duell
Wow, die ARD ist mörderisch verrauscht, mein Ersatzfernseher ist ziemlich niedergeritten. Aber eilig hamses schon, der Anmoderatorin wird pünktlich das Wort von der Lippe gefetzt. Los gehts.
Maybrit gehts ruhig an, stellt erst mal eine Vertrauensfrage, Gerhard darf als Fachmann losschwallen. Ich kriege nicht viel mehr mit als dreimal Politik und dass der Kanzler um neues Vertrauen bittet. Für seine neue Politik.
Warum sollte man Merkel vertrauen?, fragt der zweite Moderator?
Ich, ich, ich, höre ich. Ich habe die CDU reformiert, neuer Kurs und jetzt wird´s interessant. Wir haben die Chance auf allerhand.
Peter Klöppel stellt die Frage nach dem aktuellen Benzinpreis. Schröder weiß Bescheid, verweist aber alle Verantwortung auf die Mineralölkonzerne, die bösen.
Nervös sind beide Kandidaten. Einige Versprecher sind zu verzeichnen.
Thema Mehrwertsteuer. Merkel macht das schon mal zur Kanzlersache und greift die Ökosteuer an. Man, ist die nervös. Sie stottert fast. Und die Moderatoren werden gnadenlos niedergebrüllt.
Ich hab das Gefühl, beide werden sich gleich auf die böse Weltwirtschaft als Allgemeinschuldigen einschießen. Nein, das Wort Globalisierung fällt nicht.
Jetzt fliegen die Fetzen. Drei Prozent will Merkel irgendwas senken, wohl die Lohnnebenkosten. (Nachtrag: Den Benzinpreis) Schröder fragt nach der Mehrwertsteuererhöhung, die das ja locker wieder fressen würde, was mit dem müden Argument von ewig Rot-Grüner Regierungszeit übergangen wird und den rotgrünen Fehlern, die man nicht so ohne weiteres...schnarch.
Merkel muss auf die zweite Verteidigungslinie Kirchhof zurückweichen, sie findet es gut, dass da einer eine Vision, ein Ziel hat und sie wird ihn unterstützen. Oha. Da ist noch was im Säckel.
Auwei, jetzt nennt einer der Moderatoren die Merkel Frau Kirchhof. Freud lässt grüßen.
Jetzt greift sie an. Beschwört Visionen, es muss ein Ruck gehen und nicht immer zu hören sein, was nicht geht...Bla. Das kann sogar ich besser.
Steuerfrage. Schröder rechnet vor, dass das Kirchhof-Modell von 25% für jeden ungerecht ist. Klar, wenn ich Millionär wäre, wäre ich sauer. Und finanziert werden soll alles über Nachtzuschläge, Feiertagszuschläge, Schichtzuschläge, das heißt, über die Steuervergünstigungen dafür. Ich kenne übrigens keinen Millionär, der an Feiertagen Nachtschicht arbeitet. Schröder auch nicht. Also, wer finanziert das wohl?
Merkel schwallt was dagegen, ich verstehe nichts, Schröder nimmt sie gerade auseinander. Mir tun die Pfoten weh. So schnell kann ich nicht tippen.
Jetzt streiten sich beide, aber ruhig. Die Moderatoren versuchen, sich einzuschalten, zwecklos. Merkel will reden und Schröder lässt sie, nur deshalb kommt sie zu Wort. Jetzt geht sie in die Geschichte und bemüht Ludwig Ehrhard. Kirchhof ist also ein ebensolcher Visionär. Ehrhard war Visionär? Konkret wird sie nicht, auch nicht auf die Frage, welche Steuervergünstigungen denn nun von CDU/CSU genau abgebaut werden sollen. Sie verweist auf Bahnhofsbuchhandlungen, da stände ein Buch mit tausend legalen Steuertricks, davon will sie weg. Typisch Wissenschaftler, ich frage was und der verweist auf ein Buch, wo was drinstehen soll. Keiner hat das Buch da, also Diskussion gewonnen. Oder so.
Tausend legale Steuertricks, davon will sie also weg. Sie will eine Menge, das heißt natürlich "Wir wollen". Ich krieg nicht alles mit.
Endlich kommt eine Moderatorin zu Wort. Wo Rot-Grün denn sparen wolle, streichen wolle. Gerhard schwimmt jetzt in sicheren Wassern, er hat noch Beziehungen zu normalen Menschen und betont das. Wirbt für die Reformen. Riester Rente, Arbeitsmarktgesetze, bla. Die Schulden von Rot-Grün sind nicht so hoch wie die der anderen, historisch gesehen. Hey, toll, gestern war ich nicht so arm wie vorige Woche. Wer lacht´n da?
Moderatorin fragt noch mal nach. Wo soll gespart werden, bitte?
Steuersubventionen sagt er. Da müssen wir ran. Er braucht nur ungefähr sechzig Sätze dazu.
Klöppel fragt zum dritten mal nach, nennt konkret die Mehrwertsteuer. Schröder schließt Erhöhung nachdrücklich aus.
Frage an Merkel, warum Märzens Bierdeckelkonzept nicht möglich war, das viel radikalere von Kirchhof nun aber doch. Aha, die CSU war schuld. Schnell wieder zum Haushalt und an Schröders Kehle. Herr Schröder, sie haben keinen ausgeglichenen Haushalt, warum nicht?
Jetzt komme ich nicht mehr mit. Sie redet wie ein Maschinengewehr, jedes vierte Wort Leuchtspur, töff, töff, töff. Ich glaube, hier versteht keiner mehr was.
Klöppel fragt nach dem Geld, das durch die Mehrwertsteuererhöhung (sechzehn Milliarden) reinkommt, wohin damit?
Merkel:
Senkung Lohnzusatzkosten ist angesprochen, erster Januar 2006 zwei Prozent der Lohnnebenkosten senken, Gesundheitssystem reformieren.
Kennen Sie einen Unternehmer, der auch nur einen Menschen einstellt, weil er ein Prozent einsparen würde? (Klöppel)
Ich kenne viele Institute...auweia.
Sie geifert wieder. Rot Grün ist schuld. Das wird langweilig, selbst dem Kanzler. Er rechnet vor, dass sechzehn Milliarden schon stimmen, aber die Hälfte an die Länder geht und wie er die Länderchefs kennt, rücken die nichts mehr raus, er war ja selber mal einer. Nun reicht die Kohle nicht, sie würde fünfundzwanzig Milliarden brauchen, um ihre Ziele zu erreichen, das kann alles nicht funktionieren, Merkel wollte auch die Arbeitsagentur reformieren, wo das Geld herkommen soll.
"Sie müssen erst mal den Beweis antreten, dass ..."
und
"Viel Spaß mit Herrn Stoiber, wenn´s um Geld geht."
Jetzt darf Merkel reden. Wieder nichts konkretes. Nur was ist, nicht, was werden soll. Schröder mit Zahlenspielen ausbremsen geht nicht, also wird sie wieder persönlich. Wir haben Arbeitslose, es werden mehr und Exportweltmeister sein bedeutet nicht Wachstum. Nein, fragt Schröder?
Jetzt fragt einer, was Rot-Grün von der Geiz-ist-Geil-Gesellschaft hält? Hä?
Man kann mich nicht für dumme Werbesprüche verantwortlich machen. Freistoß Schröder.
Und schon gehts los. Wir fördern die Forschung, wir haben mehr Studenten...Wir müssen Frauen fördern und haben vier Milliarden in die Hand genommen und die ....uff.
Jezte loofts. Keiner kann Schröder stoppen. Des Land geht vorwärts, wir schaffen das.
Eine Moderatorin haut auf Merkel ein. Weniger Gewerkschaftsrechte, weniger Kündigungsschutz, weniger Rechte für Arbeitnehmer. Wollen sie eine Gesellschaft von ausschließlichen Unternehmerrechten?
Sie weicht aus, die Innovationsförderung von Rot-Grün ist Scheiße. Die Eu-Richtlinien werden übersteigert umgesetzt, das Genforschungsgesetz muss geändert werden und dieser Trittin ist echt übereifrig, jawohl.
Ach ja, für die, die Arbeit haben, soll sich nichts am Kündigungsschutz ändern. Ist die doof? Das spielt doch überhaupt keine Rolle. Schon heute werden doch massiv Arbeiter aus ihren Arbeitsverträgen raus und in Leiharbeitsfirmen gedrängt, um dann verbilligt wieder eingestellt zu werden, trotz schon geltendem Kündigungsschutz. Ach, die Abfindung soll schon vorher geklärt werden, das reißt es raus, denke ich.
Wie stehen die Kandidaten zu der Zahl, dass jeden Tag tausend Jobs wegfallen?
Es hat Verluste gegeben, sagt Schröder. Und es gibt Verluste. Die Reformen greifen erst seit April, dies lässt sich nicht bestreiten. Ach übrigens, in der Zahl von fünf Millionen Arbeitslosen stecken auch die früheren Sozialhilfeempfänger. Und niemand hatte zu Reformen den Mut.
Joschka Fischer hätte gesagt, die Zahl fünf Millionen wäre total unterschätzt worden. Stimmen sie zu? Klar doch, aber was nützt diese Aussage? Ja, eben.
Was, Frau Merkel, ist denn nun anders an der Partei Helmut Kohls, die sechzehn Jahre lang nicht die Arbeitslosigkeit in den Griff bekam?
Rot-Grün hat alles, was wir gemacht haben, rückgängig gemacht. Wir sind abgewählt worden und hatten sieben Jahre Zeit, uns was zu überlegen. Jetzt sagt sie auch noch, SIE hätte Arbeitslosen-und Sozialhilfe zusammenzulegen lassen, mit ihnen gemeinsam, also der SPD. Ich glaub´s nicht.
Und jetzt kommts endlich, jetzt muss sich Schröder sein Versprechen um die Ohren hauen lassen, dass er es nicht wert wäre, wiedergewählt zu werden, wenn die Zahl nicht sinkt.
Noch ein Wort von Merkel für die Zuschauer: Jeder statistische Vergleich ist bittebitte nur wertvoll, wenn er ein Jahresvergleich ist. Wen meint die hier?
Schröder kämpft für den deutschen Ruf. Wir haben die gleiche Zahl an Patenten wie Frankreich und England zusammen, wow. Unsere Ostförderung ist weltweit unerreicht.
Die Skandinavier sind besser, na fein. Wollen sie ernsthaft über Italien sprechen? Spanien, Portugal? Wie kann man vor dem Hintergrund der deutschen Leistungskraft über sein eigenes Land so negativ reden?
Dreißig Null, Schröder.
Klöppel haut rein. Woher will Merkel die Jobs nehmen?
Sie haut sofort wieder auf Schröder ein. Er hat versprochen und nicht gehalten. War so die Frage?
Merkel antwortet auch konkret. Sie will dieses Gesetz und jenes Gesetz ändern. Zum Beispiel irgend ein Gengesetz. Dann kommt die gesamte Genindustrie nach Deutschland. Aber im Galopp, denke ich.
Ach ja, die Kernkraftwerke sollen weiter laufen, Bürokratie soll abgebaut werden, das sind die Dinge, die Deutschland noch weiter nach vorne bringen, dieses Land wird weit unter seinen Möglichkeiten regiert und das wird sich ändern.
Schröder hakt konkret ein, Thema Gentechnik. Merkel unterbricht und wird wieder unsachlich. "Ich hab sie noch nie in dieser Rolle erlebt, Herr Bundeskanzler." Was soll das?
Schröder geht in Richtung Finanzierung, "Ich finde, wenn man über Wachstum redet, muss man konkret werden."
"Jetzt reden sie nicht über Forschungsförderung, die Abstimmung über das Genforschungsgesetzt wurde von einer Mehrheit von CDU und Grünen...abgelehnt."
Punkt für Schröder.
Merkel: Deutschland ist ein Chemiestandort und wir müssen es schaffen, uns diesen Markt (Gentechnologie) zu erschließen. Wenn Schröder der Autokanzler ist, wird Merkel wohl die BASF-Mieze.
Thema Renten: Da wird auch die CDU nicht viel ändern, wie nach einigen Minuten Merkelschwall rauskommt. Es ist alles auf einem guten Weg, die Riesterrente wird mitgetragen, ist nur zu bürokratisch. Das wird sie auch bleiben, denke ich.
Merkel haut mit der Abschaffung des demographischen Faktors durch Rot-Grün ins Eigentor, Schröder merkt kurz und trocken an, dass das nur bei der staatlichen Rente relevant ist, nicht bei der Selbstvorsorge, sprich Riesterrente.
"Der entscheidende Punkt ist doch das tatsächliche Renteneintrittsalter und das tatsächliche REA muss erhöht werden und das haben wir getan, bisher um etwa ein Jahr."
Konkret genug?
Schröder ist sehr ruhig. Merkel hängt praktisch an seiner Kehle und kaut wie eine Bulldogge. Schon wieder Kirchhof, der wohl mal die Rentenversicherung mit der KFZ-Versicherung verglichen hat. Konkrete Nachfrage der Moderatoren, gibt es wirklich ein Modell der rein kapitalgedeckten Rente?
Nein, es gilt unser Programm und das kennt konkret keiner, wie es scheint. Merkel biegt ab auf Thema Arbeitslosigkeit, dass der Kies spritzt. Die armen Menschen, blabla.
Gut, reden wir über Arbeitnehmerrechte, meint Schröder, da war doch was mit Kündigungschutz verringern, oder? Bumm, eine Moderatorin haut rein und will Kirchhof hören.
Wird Kirchhof Finanzminister?
Ja! Und er wird sich in einer Weise um die Armen kümmern, wie sich das keiner vorstellen kann. DAS glaube ich!
Kirchhof scheint wirklich das Zünglein an der Waage zu werden. Merkel liebt den Kerl, er hat vier Töchter und die sind einfach supertoll mit ihrer Vereinbarung von Familie und Beruf und wir werden uns dafür einsetzten, dass alle Frauen das machen können... um das mal abzukürzen... Paul Kirchhof ist Jesus. Mamaaaaa!
Klöppel kloppt Schröder die Äußerungen seiner Frau um die Ohren. "Das ist nicht Merkels Welt."
Schröder stellt sich hinter Doris. Warum darf sich meine Frau nicht äußern wie jeder von uns? Wieso werden die so persönlich?
Schröder sagt, dass er Doris nicht zuletzt dafür liebt, dass sie lebt, was sie sagt.
Schweigen.
Merkel donnert Schröder seine alten Äußerungen von Gedöns und Lehrern als faule Säcke vor und sonnt sich : IchIchIch habe als Jugendministerin den gesetzlichen Anspruch auf Kinderbetreuung durchgesetzt...wirklich? Kann ich mir denken. Wenn ich eine Burg besichtige, hat die auch immer irgendein König gebaut. Hat der die Steinbrocken geschleppt?
Frauen sind benachteiligt, meint Merkel, dagegen wird sie kämpfen. Ich kann´s nicht mehr hören.
Rot-Grün hat das Kindergeld erhöht, sagt Schröder und führt noch kurz drei andere Punkte an. Punkt, Treffer, versenkt.
Jetzt wird´s toll. Frau Merkel, hat die US-Regierung in New-Orleans versagt? Was soll denn das?
Merkel: Ich spreche über unsere Gesellschaft und ich möchte, das hier keiner mehr von Sozialhilfe lebt, Gerechtigkeit, Wohlstand, blablabla...Das Paradeis auf doitschen Erden.
Das war aber nicht die Frage.
Schröder feixt. Zitiert Bush, der selbst gesagt hätte, dass die Hilfe unzureichend war, also würde man ihn doch nicht mal kritisieren, sondern zitieren, nur Mut. Frau Merkel war auffallend still bei der Erwähnung des amerikanischen Präsidenten. Will sich wohl nicht den Antrittsbesuch versauen. So, das war das Florett.
Sauber führt Schröder aus, dass die Entstaatlichung, die die CDU vorhat, solche Zustände wie in NO bedingt. Ob das alle verstanden haben? Die Moderatoren schweigen, Merkel auch.
Schwenk zur EU-Politik.
Merkel legt los, Europa wird zu groß. Wir müssen überlegen, was die Türkei angeht. Nein, die Türken sind nicht europareif. Wir sagen das ohne Schaum vor dem Mund, aber wir haben da ganz große Zustimmung. An bayrischen Biertischen?
Privilegierte Partnerschaft, ja. Was ist das eigentlich? Sehr enge Anbindung, aha. Die Türken sind doch in der Nato? Klar, doch, aber die Probleme sind doch der europäische Binnenmarkt. Soso, kämpfen dürfen die Türken, Handel treiben nicht, jedenfalls nicht mit der CDU/CSU-EU. Die werden sich begeistert vor den Nato-Karren spannen lassen.
Jetzt Lehrer Schröder. Frau Merkel, sie verstehen die geostrategische Bedeutung der Türkei offenbar nicht. Schröder erläutert das und ich muss sagen, mir bleibt die Spucke weg. Vor allem, dass ihn keiner unterbricht.
Er tritt für einen langen Verhandlungszeitraum ein...und wird von einer Moderatorin massiv unterbrochen, aha. Aber Schröder unterbrechen ist so einfach nicht. Es kristallisiert sich raus, dass die Moderatoren offenbar ziemlich parteilich sind.
Energie- und Umweltpolitik
Wie groß ist die Gefahr, dass mit den Energie- und Benzinpreisen die Konjunktur in den Eimer geht?
Merkel will erst mal noch über Europa reden. Rotgrün ist auch Schuld an---äh...ach der Bürokratie, die ja gewachsen ist in Größen. Wir dürfen die Bürger nicht überfordern, und Europa ist unsere Chance...und wir machen das schon.
Frage endlich Umweltpolitik. Wir müssen...benzinsparende Kraftfahrzeugflotten. Ein Energiemix muss stattfinden. Und natürlich haben wir die sichersten Kernkraftwerke der Welt und die müssen weiterlaufen. Über Neubau wird nicht gesprochen. Also Ökologie ohne Ende und gleichzeitig Energie sparen. Wie, wird nicht gesagt von Frau Merkel.
Merkel ist ein As, was Schlagworte angeht. Hohles bla, nichts Konkretes. Schauerlich.
Klöppel: Frau Merkel, man merkt, dass sie mal Umweltministerin waren. Ich hätte FDJ-Sekretärin gesagt. Und die hält das auch noch für ein Kompliment.
Schröder gibt zu, dass seine Regierung keine Möglichkeiten hat, die Preise der Konzerne zu beeinflussen. Was sie tun kann, ist die erneuerbaren Energien zu fördern und das ist doch wohl ein Markenzeichen der rot-grünen Regierung und das muss ausgebaut werden und die Förderung muss sogar zunehmen, mehr sogar, als die EU momentan zulässt. Er sieht voraus, dass zum Beispiel auch die staatlichen Beiträge für Heizung bei HartzIV steigen müssen, wenn die Energiepreise weiter steigen. Geschickt, geschickt.
Frage: Hat Stoiber Recht mit den frustierten Ossis?
Merkel hätschelt die Ossis nicht, sagt nur, dass sie natürlich frustriert sind, Ede hat recht. Hat das einer abgestritten? Und die Schwarz-Gelben werden sie hätscheln, na klar. Quatsch.
Frau Merkel. Sind sie Herrn Schröder nicht ein bißchen dankbar, dass sich eine Frau als Kanzlerin bewerben darf? Cohn-Bendit hat da wohl mal gemeint, dass RotGrün ein gesellschaftliches Klima geschaffen hat, in dem das möglich ist. Was soll denn der Quatsch? Das nutzt Merkel für markige Worte.
"Wenn ich schon ein politisches Produkt bin, dann der deutschen Einheit, eine deutsche Politikerin mit ostdeutschen Wurzeln...und natürlich ein Produkt meiner Eltern."
Kein Kommentar.
Frage nach Freundschaft Schröder-Fischer. Pff, wen interessiert das? Als ob hier irgend eine Form von Wahrheit rauskäme.
"Ich rate dringend, nicht so zu tun, Frau Merkel, nicht so zu tun, als wäre die Wahl schon gewonnen. Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht..." Hoho. "Das ist auch ein Ausdruck mangelnden Respekts gegenüber den Wählern."
Nächste Frage kriege ich nicht mit, aber Merkel zitiert aus der "Zeit".
Schröder: "Was man so liest, was man so liest, Frau Merkel. Ich habs nicht gesagt, aber es passt in die Zeit."
Schlusswort Schröder: "Ich bitte um neues Vertrauen in meine Politik, eine Politik, die die sozialen Sicherungssysteme neu justieren wird, damit....Sicherheit...Deutschland aus überflüssigen Kriegen heraushalten...
Schlusswort Merkel: "Wenn Sie der Meinung sind, dass Deutschland nach Rot-Grün besser da steht, dann haben Sie ihre Wahl schon getroffen...wenn nicht, dann haben Sie mit CDU-CSU eine Alternative..."
Oh Mann.
Schröder war klar der Bessere, allen Diskussionen hinterher zum Trotz. Irgendwer entblödet sich nicht des Arguments, Merkel hätte gewonnen, weil ja jeder Schröder von vornherein als Sieger gesehen hätte. Die Frauen sind natürlich sämtlich auf ihrer Seite, interessanterweise die Brigitte-Chefredakteurin nicht. Momentan beschwert sich eine Fernsehtante, dass sich die Kandidaten nicht länger bei den Bildern aufgehalten haben, die uns ja alle so erschüttert...ich kann nicht mehr, ich hau auffe Knopf.
Wenn eine Frau Bundeskanzlerin wird, werden die hauptsächlichen Probleme in zwanzig Jahren wahrscheinlich das Angebot in den Schuhläden und eine Rocklängensubvention werden. Das darf einfach nicht wahr sein.
Über Gesichtsausdrücke oder wer konkret die Moderatoren waren, kann ich nur ungenügend Auskunft geben, ich hab dem Bildschirm größtenteils den Rücken zugekehrt. Man will ja schließlich keine Langzeitschäden...
Nachtrag: Mir fällt auf, dass die großen Meinungsmacher der Republik fast ohne Ausnahme eine völlig andere Sendung gesehen haben. Oder einfach die Umfrageergebnisse verdauen und prophylaktisch schon mal um die besten Plätze unterm Kostümrock rangeln. Pfeifendeckel, samt und sonders.
Maybrit gehts ruhig an, stellt erst mal eine Vertrauensfrage, Gerhard darf als Fachmann losschwallen. Ich kriege nicht viel mehr mit als dreimal Politik und dass der Kanzler um neues Vertrauen bittet. Für seine neue Politik.
Warum sollte man Merkel vertrauen?, fragt der zweite Moderator?
Ich, ich, ich, höre ich. Ich habe die CDU reformiert, neuer Kurs und jetzt wird´s interessant. Wir haben die Chance auf allerhand.
Peter Klöppel stellt die Frage nach dem aktuellen Benzinpreis. Schröder weiß Bescheid, verweist aber alle Verantwortung auf die Mineralölkonzerne, die bösen.
Nervös sind beide Kandidaten. Einige Versprecher sind zu verzeichnen.
Thema Mehrwertsteuer. Merkel macht das schon mal zur Kanzlersache und greift die Ökosteuer an. Man, ist die nervös. Sie stottert fast. Und die Moderatoren werden gnadenlos niedergebrüllt.
Ich hab das Gefühl, beide werden sich gleich auf die böse Weltwirtschaft als Allgemeinschuldigen einschießen. Nein, das Wort Globalisierung fällt nicht.
Jetzt fliegen die Fetzen. Drei Prozent will Merkel irgendwas senken, wohl die Lohnnebenkosten. (Nachtrag: Den Benzinpreis) Schröder fragt nach der Mehrwertsteuererhöhung, die das ja locker wieder fressen würde, was mit dem müden Argument von ewig Rot-Grüner Regierungszeit übergangen wird und den rotgrünen Fehlern, die man nicht so ohne weiteres...schnarch.
Merkel muss auf die zweite Verteidigungslinie Kirchhof zurückweichen, sie findet es gut, dass da einer eine Vision, ein Ziel hat und sie wird ihn unterstützen. Oha. Da ist noch was im Säckel.
Auwei, jetzt nennt einer der Moderatoren die Merkel Frau Kirchhof. Freud lässt grüßen.
Jetzt greift sie an. Beschwört Visionen, es muss ein Ruck gehen und nicht immer zu hören sein, was nicht geht...Bla. Das kann sogar ich besser.
Steuerfrage. Schröder rechnet vor, dass das Kirchhof-Modell von 25% für jeden ungerecht ist. Klar, wenn ich Millionär wäre, wäre ich sauer. Und finanziert werden soll alles über Nachtzuschläge, Feiertagszuschläge, Schichtzuschläge, das heißt, über die Steuervergünstigungen dafür. Ich kenne übrigens keinen Millionär, der an Feiertagen Nachtschicht arbeitet. Schröder auch nicht. Also, wer finanziert das wohl?
Merkel schwallt was dagegen, ich verstehe nichts, Schröder nimmt sie gerade auseinander. Mir tun die Pfoten weh. So schnell kann ich nicht tippen.
Jetzt streiten sich beide, aber ruhig. Die Moderatoren versuchen, sich einzuschalten, zwecklos. Merkel will reden und Schröder lässt sie, nur deshalb kommt sie zu Wort. Jetzt geht sie in die Geschichte und bemüht Ludwig Ehrhard. Kirchhof ist also ein ebensolcher Visionär. Ehrhard war Visionär? Konkret wird sie nicht, auch nicht auf die Frage, welche Steuervergünstigungen denn nun von CDU/CSU genau abgebaut werden sollen. Sie verweist auf Bahnhofsbuchhandlungen, da stände ein Buch mit tausend legalen Steuertricks, davon will sie weg. Typisch Wissenschaftler, ich frage was und der verweist auf ein Buch, wo was drinstehen soll. Keiner hat das Buch da, also Diskussion gewonnen. Oder so.
Tausend legale Steuertricks, davon will sie also weg. Sie will eine Menge, das heißt natürlich "Wir wollen". Ich krieg nicht alles mit.
Endlich kommt eine Moderatorin zu Wort. Wo Rot-Grün denn sparen wolle, streichen wolle. Gerhard schwimmt jetzt in sicheren Wassern, er hat noch Beziehungen zu normalen Menschen und betont das. Wirbt für die Reformen. Riester Rente, Arbeitsmarktgesetze, bla. Die Schulden von Rot-Grün sind nicht so hoch wie die der anderen, historisch gesehen. Hey, toll, gestern war ich nicht so arm wie vorige Woche. Wer lacht´n da?
Moderatorin fragt noch mal nach. Wo soll gespart werden, bitte?
Steuersubventionen sagt er. Da müssen wir ran. Er braucht nur ungefähr sechzig Sätze dazu.
Klöppel fragt zum dritten mal nach, nennt konkret die Mehrwertsteuer. Schröder schließt Erhöhung nachdrücklich aus.
Frage an Merkel, warum Märzens Bierdeckelkonzept nicht möglich war, das viel radikalere von Kirchhof nun aber doch. Aha, die CSU war schuld. Schnell wieder zum Haushalt und an Schröders Kehle. Herr Schröder, sie haben keinen ausgeglichenen Haushalt, warum nicht?
Jetzt komme ich nicht mehr mit. Sie redet wie ein Maschinengewehr, jedes vierte Wort Leuchtspur, töff, töff, töff. Ich glaube, hier versteht keiner mehr was.
Klöppel fragt nach dem Geld, das durch die Mehrwertsteuererhöhung (sechzehn Milliarden) reinkommt, wohin damit?
Merkel:
Senkung Lohnzusatzkosten ist angesprochen, erster Januar 2006 zwei Prozent der Lohnnebenkosten senken, Gesundheitssystem reformieren.
Kennen Sie einen Unternehmer, der auch nur einen Menschen einstellt, weil er ein Prozent einsparen würde? (Klöppel)
Ich kenne viele Institute...auweia.
Sie geifert wieder. Rot Grün ist schuld. Das wird langweilig, selbst dem Kanzler. Er rechnet vor, dass sechzehn Milliarden schon stimmen, aber die Hälfte an die Länder geht und wie er die Länderchefs kennt, rücken die nichts mehr raus, er war ja selber mal einer. Nun reicht die Kohle nicht, sie würde fünfundzwanzig Milliarden brauchen, um ihre Ziele zu erreichen, das kann alles nicht funktionieren, Merkel wollte auch die Arbeitsagentur reformieren, wo das Geld herkommen soll.
"Sie müssen erst mal den Beweis antreten, dass ..."
und
"Viel Spaß mit Herrn Stoiber, wenn´s um Geld geht."
Jetzt darf Merkel reden. Wieder nichts konkretes. Nur was ist, nicht, was werden soll. Schröder mit Zahlenspielen ausbremsen geht nicht, also wird sie wieder persönlich. Wir haben Arbeitslose, es werden mehr und Exportweltmeister sein bedeutet nicht Wachstum. Nein, fragt Schröder?
Jetzt fragt einer, was Rot-Grün von der Geiz-ist-Geil-Gesellschaft hält? Hä?
Man kann mich nicht für dumme Werbesprüche verantwortlich machen. Freistoß Schröder.
Und schon gehts los. Wir fördern die Forschung, wir haben mehr Studenten...Wir müssen Frauen fördern und haben vier Milliarden in die Hand genommen und die ....uff.
Jezte loofts. Keiner kann Schröder stoppen. Des Land geht vorwärts, wir schaffen das.
Eine Moderatorin haut auf Merkel ein. Weniger Gewerkschaftsrechte, weniger Kündigungsschutz, weniger Rechte für Arbeitnehmer. Wollen sie eine Gesellschaft von ausschließlichen Unternehmerrechten?
Sie weicht aus, die Innovationsförderung von Rot-Grün ist Scheiße. Die Eu-Richtlinien werden übersteigert umgesetzt, das Genforschungsgesetz muss geändert werden und dieser Trittin ist echt übereifrig, jawohl.
Ach ja, für die, die Arbeit haben, soll sich nichts am Kündigungsschutz ändern. Ist die doof? Das spielt doch überhaupt keine Rolle. Schon heute werden doch massiv Arbeiter aus ihren Arbeitsverträgen raus und in Leiharbeitsfirmen gedrängt, um dann verbilligt wieder eingestellt zu werden, trotz schon geltendem Kündigungsschutz. Ach, die Abfindung soll schon vorher geklärt werden, das reißt es raus, denke ich.
Wie stehen die Kandidaten zu der Zahl, dass jeden Tag tausend Jobs wegfallen?
Es hat Verluste gegeben, sagt Schröder. Und es gibt Verluste. Die Reformen greifen erst seit April, dies lässt sich nicht bestreiten. Ach übrigens, in der Zahl von fünf Millionen Arbeitslosen stecken auch die früheren Sozialhilfeempfänger. Und niemand hatte zu Reformen den Mut.
Joschka Fischer hätte gesagt, die Zahl fünf Millionen wäre total unterschätzt worden. Stimmen sie zu? Klar doch, aber was nützt diese Aussage? Ja, eben.
Was, Frau Merkel, ist denn nun anders an der Partei Helmut Kohls, die sechzehn Jahre lang nicht die Arbeitslosigkeit in den Griff bekam?
Rot-Grün hat alles, was wir gemacht haben, rückgängig gemacht. Wir sind abgewählt worden und hatten sieben Jahre Zeit, uns was zu überlegen. Jetzt sagt sie auch noch, SIE hätte Arbeitslosen-und Sozialhilfe zusammenzulegen lassen, mit ihnen gemeinsam, also der SPD. Ich glaub´s nicht.
Und jetzt kommts endlich, jetzt muss sich Schröder sein Versprechen um die Ohren hauen lassen, dass er es nicht wert wäre, wiedergewählt zu werden, wenn die Zahl nicht sinkt.
Noch ein Wort von Merkel für die Zuschauer: Jeder statistische Vergleich ist bittebitte nur wertvoll, wenn er ein Jahresvergleich ist. Wen meint die hier?
Schröder kämpft für den deutschen Ruf. Wir haben die gleiche Zahl an Patenten wie Frankreich und England zusammen, wow. Unsere Ostförderung ist weltweit unerreicht.
Die Skandinavier sind besser, na fein. Wollen sie ernsthaft über Italien sprechen? Spanien, Portugal? Wie kann man vor dem Hintergrund der deutschen Leistungskraft über sein eigenes Land so negativ reden?
Dreißig Null, Schröder.
Klöppel haut rein. Woher will Merkel die Jobs nehmen?
Sie haut sofort wieder auf Schröder ein. Er hat versprochen und nicht gehalten. War so die Frage?
Merkel antwortet auch konkret. Sie will dieses Gesetz und jenes Gesetz ändern. Zum Beispiel irgend ein Gengesetz. Dann kommt die gesamte Genindustrie nach Deutschland. Aber im Galopp, denke ich.
Ach ja, die Kernkraftwerke sollen weiter laufen, Bürokratie soll abgebaut werden, das sind die Dinge, die Deutschland noch weiter nach vorne bringen, dieses Land wird weit unter seinen Möglichkeiten regiert und das wird sich ändern.
Schröder hakt konkret ein, Thema Gentechnik. Merkel unterbricht und wird wieder unsachlich. "Ich hab sie noch nie in dieser Rolle erlebt, Herr Bundeskanzler." Was soll das?
Schröder geht in Richtung Finanzierung, "Ich finde, wenn man über Wachstum redet, muss man konkret werden."
"Jetzt reden sie nicht über Forschungsförderung, die Abstimmung über das Genforschungsgesetzt wurde von einer Mehrheit von CDU und Grünen...abgelehnt."
Punkt für Schröder.
Merkel: Deutschland ist ein Chemiestandort und wir müssen es schaffen, uns diesen Markt (Gentechnologie) zu erschließen. Wenn Schröder der Autokanzler ist, wird Merkel wohl die BASF-Mieze.
Thema Renten: Da wird auch die CDU nicht viel ändern, wie nach einigen Minuten Merkelschwall rauskommt. Es ist alles auf einem guten Weg, die Riesterrente wird mitgetragen, ist nur zu bürokratisch. Das wird sie auch bleiben, denke ich.
Merkel haut mit der Abschaffung des demographischen Faktors durch Rot-Grün ins Eigentor, Schröder merkt kurz und trocken an, dass das nur bei der staatlichen Rente relevant ist, nicht bei der Selbstvorsorge, sprich Riesterrente.
"Der entscheidende Punkt ist doch das tatsächliche Renteneintrittsalter und das tatsächliche REA muss erhöht werden und das haben wir getan, bisher um etwa ein Jahr."
Konkret genug?
Schröder ist sehr ruhig. Merkel hängt praktisch an seiner Kehle und kaut wie eine Bulldogge. Schon wieder Kirchhof, der wohl mal die Rentenversicherung mit der KFZ-Versicherung verglichen hat. Konkrete Nachfrage der Moderatoren, gibt es wirklich ein Modell der rein kapitalgedeckten Rente?
Nein, es gilt unser Programm und das kennt konkret keiner, wie es scheint. Merkel biegt ab auf Thema Arbeitslosigkeit, dass der Kies spritzt. Die armen Menschen, blabla.
Gut, reden wir über Arbeitnehmerrechte, meint Schröder, da war doch was mit Kündigungschutz verringern, oder? Bumm, eine Moderatorin haut rein und will Kirchhof hören.
Wird Kirchhof Finanzminister?
Ja! Und er wird sich in einer Weise um die Armen kümmern, wie sich das keiner vorstellen kann. DAS glaube ich!
Kirchhof scheint wirklich das Zünglein an der Waage zu werden. Merkel liebt den Kerl, er hat vier Töchter und die sind einfach supertoll mit ihrer Vereinbarung von Familie und Beruf und wir werden uns dafür einsetzten, dass alle Frauen das machen können... um das mal abzukürzen... Paul Kirchhof ist Jesus. Mamaaaaa!
Klöppel kloppt Schröder die Äußerungen seiner Frau um die Ohren. "Das ist nicht Merkels Welt."
Schröder stellt sich hinter Doris. Warum darf sich meine Frau nicht äußern wie jeder von uns? Wieso werden die so persönlich?
Schröder sagt, dass er Doris nicht zuletzt dafür liebt, dass sie lebt, was sie sagt.
Schweigen.
Merkel donnert Schröder seine alten Äußerungen von Gedöns und Lehrern als faule Säcke vor und sonnt sich : IchIchIch habe als Jugendministerin den gesetzlichen Anspruch auf Kinderbetreuung durchgesetzt...wirklich? Kann ich mir denken. Wenn ich eine Burg besichtige, hat die auch immer irgendein König gebaut. Hat der die Steinbrocken geschleppt?
Frauen sind benachteiligt, meint Merkel, dagegen wird sie kämpfen. Ich kann´s nicht mehr hören.
Rot-Grün hat das Kindergeld erhöht, sagt Schröder und führt noch kurz drei andere Punkte an. Punkt, Treffer, versenkt.
Jetzt wird´s toll. Frau Merkel, hat die US-Regierung in New-Orleans versagt? Was soll denn das?
Merkel: Ich spreche über unsere Gesellschaft und ich möchte, das hier keiner mehr von Sozialhilfe lebt, Gerechtigkeit, Wohlstand, blablabla...Das Paradeis auf doitschen Erden.
Das war aber nicht die Frage.
Schröder feixt. Zitiert Bush, der selbst gesagt hätte, dass die Hilfe unzureichend war, also würde man ihn doch nicht mal kritisieren, sondern zitieren, nur Mut. Frau Merkel war auffallend still bei der Erwähnung des amerikanischen Präsidenten. Will sich wohl nicht den Antrittsbesuch versauen. So, das war das Florett.
Sauber führt Schröder aus, dass die Entstaatlichung, die die CDU vorhat, solche Zustände wie in NO bedingt. Ob das alle verstanden haben? Die Moderatoren schweigen, Merkel auch.
Schwenk zur EU-Politik.
Merkel legt los, Europa wird zu groß. Wir müssen überlegen, was die Türkei angeht. Nein, die Türken sind nicht europareif. Wir sagen das ohne Schaum vor dem Mund, aber wir haben da ganz große Zustimmung. An bayrischen Biertischen?
Privilegierte Partnerschaft, ja. Was ist das eigentlich? Sehr enge Anbindung, aha. Die Türken sind doch in der Nato? Klar, doch, aber die Probleme sind doch der europäische Binnenmarkt. Soso, kämpfen dürfen die Türken, Handel treiben nicht, jedenfalls nicht mit der CDU/CSU-EU. Die werden sich begeistert vor den Nato-Karren spannen lassen.
Jetzt Lehrer Schröder. Frau Merkel, sie verstehen die geostrategische Bedeutung der Türkei offenbar nicht. Schröder erläutert das und ich muss sagen, mir bleibt die Spucke weg. Vor allem, dass ihn keiner unterbricht.
Er tritt für einen langen Verhandlungszeitraum ein...und wird von einer Moderatorin massiv unterbrochen, aha. Aber Schröder unterbrechen ist so einfach nicht. Es kristallisiert sich raus, dass die Moderatoren offenbar ziemlich parteilich sind.
Energie- und Umweltpolitik
Wie groß ist die Gefahr, dass mit den Energie- und Benzinpreisen die Konjunktur in den Eimer geht?
Merkel will erst mal noch über Europa reden. Rotgrün ist auch Schuld an---äh...ach der Bürokratie, die ja gewachsen ist in Größen. Wir dürfen die Bürger nicht überfordern, und Europa ist unsere Chance...und wir machen das schon.
Frage endlich Umweltpolitik. Wir müssen...benzinsparende Kraftfahrzeugflotten. Ein Energiemix muss stattfinden. Und natürlich haben wir die sichersten Kernkraftwerke der Welt und die müssen weiterlaufen. Über Neubau wird nicht gesprochen. Also Ökologie ohne Ende und gleichzeitig Energie sparen. Wie, wird nicht gesagt von Frau Merkel.
Merkel ist ein As, was Schlagworte angeht. Hohles bla, nichts Konkretes. Schauerlich.
Klöppel: Frau Merkel, man merkt, dass sie mal Umweltministerin waren. Ich hätte FDJ-Sekretärin gesagt. Und die hält das auch noch für ein Kompliment.
Schröder gibt zu, dass seine Regierung keine Möglichkeiten hat, die Preise der Konzerne zu beeinflussen. Was sie tun kann, ist die erneuerbaren Energien zu fördern und das ist doch wohl ein Markenzeichen der rot-grünen Regierung und das muss ausgebaut werden und die Förderung muss sogar zunehmen, mehr sogar, als die EU momentan zulässt. Er sieht voraus, dass zum Beispiel auch die staatlichen Beiträge für Heizung bei HartzIV steigen müssen, wenn die Energiepreise weiter steigen. Geschickt, geschickt.
Frage: Hat Stoiber Recht mit den frustierten Ossis?
Merkel hätschelt die Ossis nicht, sagt nur, dass sie natürlich frustriert sind, Ede hat recht. Hat das einer abgestritten? Und die Schwarz-Gelben werden sie hätscheln, na klar. Quatsch.
Frau Merkel. Sind sie Herrn Schröder nicht ein bißchen dankbar, dass sich eine Frau als Kanzlerin bewerben darf? Cohn-Bendit hat da wohl mal gemeint, dass RotGrün ein gesellschaftliches Klima geschaffen hat, in dem das möglich ist. Was soll denn der Quatsch? Das nutzt Merkel für markige Worte.
"Wenn ich schon ein politisches Produkt bin, dann der deutschen Einheit, eine deutsche Politikerin mit ostdeutschen Wurzeln...und natürlich ein Produkt meiner Eltern."
Kein Kommentar.
Frage nach Freundschaft Schröder-Fischer. Pff, wen interessiert das? Als ob hier irgend eine Form von Wahrheit rauskäme.
"Ich rate dringend, nicht so zu tun, Frau Merkel, nicht so zu tun, als wäre die Wahl schon gewonnen. Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht..." Hoho. "Das ist auch ein Ausdruck mangelnden Respekts gegenüber den Wählern."
Nächste Frage kriege ich nicht mit, aber Merkel zitiert aus der "Zeit".
Schröder: "Was man so liest, was man so liest, Frau Merkel. Ich habs nicht gesagt, aber es passt in die Zeit."
Schlusswort Schröder: "Ich bitte um neues Vertrauen in meine Politik, eine Politik, die die sozialen Sicherungssysteme neu justieren wird, damit....Sicherheit...Deutschland aus überflüssigen Kriegen heraushalten...
Schlusswort Merkel: "Wenn Sie der Meinung sind, dass Deutschland nach Rot-Grün besser da steht, dann haben Sie ihre Wahl schon getroffen...wenn nicht, dann haben Sie mit CDU-CSU eine Alternative..."
Oh Mann.
Schröder war klar der Bessere, allen Diskussionen hinterher zum Trotz. Irgendwer entblödet sich nicht des Arguments, Merkel hätte gewonnen, weil ja jeder Schröder von vornherein als Sieger gesehen hätte. Die Frauen sind natürlich sämtlich auf ihrer Seite, interessanterweise die Brigitte-Chefredakteurin nicht. Momentan beschwert sich eine Fernsehtante, dass sich die Kandidaten nicht länger bei den Bildern aufgehalten haben, die uns ja alle so erschüttert...ich kann nicht mehr, ich hau auffe Knopf.
Wenn eine Frau Bundeskanzlerin wird, werden die hauptsächlichen Probleme in zwanzig Jahren wahrscheinlich das Angebot in den Schuhläden und eine Rocklängensubvention werden. Das darf einfach nicht wahr sein.
Über Gesichtsausdrücke oder wer konkret die Moderatoren waren, kann ich nur ungenügend Auskunft geben, ich hab dem Bildschirm größtenteils den Rücken zugekehrt. Man will ja schließlich keine Langzeitschäden...
Nachtrag: Mir fällt auf, dass die großen Meinungsmacher der Republik fast ohne Ausnahme eine völlig andere Sendung gesehen haben. Oder einfach die Umfrageergebnisse verdauen und prophylaktisch schon mal um die besten Plätze unterm Kostümrock rangeln. Pfeifendeckel, samt und sonders.
Remington - 4. Sep, 23:26
