Montag, 16. November 2009

Hinweis

je länger man ein leben führt, das in der eigenen natur widersprechenden umständen stattfindet, desto mehr gewöhnt man sich daran, dass man nicht glücklich ist. man ist auch nicht unglücklich - nur leer, antriebslos und bar jeder träume und vorfreuden. hin und wieder aber gibt es momente großer klarheit. das sind momente, in denen man etwas ändern kann.

Und wird. Und sollte.

Dankeschön

Sonntag, 15. November 2009

Ich will auch son Job!

gleiss

Gestern im Onlinewetter hieß das noch "stark bewölkt mit gelegentlichen Aufheiterungen, zeitweise Regen."

Was fürn Scheiß.

Montag, 2. November 2009

Romananfänge I

Sie sprachen das Wort nie aus. Er hatte es zu oft gesagt und sie zu oft gehört, um noch zu glauben. Dennoch glaubt der Mensch natürlich immer und so nutzten sie das Wort oft, sicher ohne es zu bemerken. Liebe Grüße standen unter vielen ihrer Mails und ihm entschlüpfte schon mal ein "Liebes", wenn er sie ansprach und wenn sie sich an ihn kuschelte, manchmal ganz spontan in der Fußgängerzone oder im Lokal, war da ein jubelndes Gefühl in ihr, dem sie unbewusst einen Namen gab. Lieber.

Lieber wären er für sie ein anderer; jünger, besser aussehend und anders aufgestellt, nicht ahnend, wie unnütz das war. Lieber wäre sie für ihn eine andere, frei vor allem, nicht ahnend, dass ohne das bisherige Leben sie sich nie hätten finden können. Lieber wären beide oft woanders, nicht wissend, dass Idealzustände nicht dazu da sind, erreicht, sondern ersehnt zu werden. Lieber solle es Mai sein statt November, lieber übermorgen als heute; lieber sollte der Kuss nicht geschrieben werden auf winziger Tastatur, sondern gegeben sein in fester Umarmung. Lieber.

Kommen sie, wir stören hier nur. Gehen wir lieber.

Freitag, 30. Oktober 2009

Ballmannbrüller

Das ist einfach zu gut, das muss verbreitet werden. Auch die Kommentare lesen bitte. Mir tut alles weh vom Lachen...

Herbstlicht

waldklassik

Das musste mal wieder sein. Etwas ist wund in mir und zittert und ich kriege nichts auf die Reihe. Der Wald hat immer geholfen. Besonders im Herbst.

Weg-im-Gegenlicht

weg-lichtstrahl

Das Wetter ist herrlich und hat nicht wenige Leute in den Tharandter Wald gelockt. Aber sie bleiben meist in der Nähe der Grillenburg, nicht weit weg von Kaffee und Kuchen und dann ist es ja auch schon Nachmittag. Das Licht ist wundervoll.

birkengelb1

Der Wald ist vollgesogen wie ein Badeschwamm, der Boden übersät von Pilzen in den verschiedenen Stadien des Verfalls, die meisten ohnehin ungenießbar. Rötelritterlinge allerdings gibt es, den sonst seltenen Anispilz und einen Birkenröhrling. Aber ich bin nicht wegen der Waldfrüchte hier.

pilz

pilzstumpf

Ich stapfe querwaldein, immer noch nicht heil. Ich muss an S denken, mit der ich hier wandern war, vor einem Jahr; ich suche Spuren von ihr in mir und ich finde auch welche und die werd ich behalten und ich kann mir auch denken, was sie heute sagen würde.

fichtengruen

Dass ich neue Wege gehen soll. Und das nicht alleine.

Weg2

wiese1

paar

Mach ich.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Filosofisch

Töchterchen in Görlitz mal besucht. Nette Stadt. Man lernt da Ergotherapie. Also Massage gegen Sportfaulheit, Singen gegen Vereinsamung, Körbchenflechten gegen Selbstmordgedanken. Und das salbungsvolle Blabla nicht vergessen. Muss man ja auch können. Ach, was spotte ich. Vielleicht komme ich auch mal dahin, dass ich den Tag vergreine, weil mir das Apfelkompott nicht schmeckt.

Jedenfalls, Ergotherapie. Da gehört auch Psychologie dazu, erfahre ich. Und betrachte erstaunt Töchterchens Hefter. Tolle Schrift. Fehlerlos. Ich bin beeindruckt. Hoffentlich kriegt sie nie meine Schulunterlagen zu sehen. Ach nee, alles vernichtet, eigenhändig verbrannt am letzten Schultag. Bätsch.

Was steht da eigentlich?

Sonderstellung des Menschen-Unterschiede Mensch und Tier

Aufrechter Gang

"Interessant, findest du nicht?", sagte der Strauß zum Pinguin. "Die sind wirklich witzig."

Instinke reduziert

Soso. Ich will ja nicht behaupten, dass ich mich an den Magnetfeldlinien des Planeten entlanghangeln kann wie ein Zugvogelführer, aber das ist ja auch gar nicht vorgesehen. Instinkte reduziert? Verschüttet allenfalls. Verleugnet, abgelehnt, unter Bequemlichkeit begraben, das ja. Aber reduziert?

Man geht und denkt ans fi...fischefüttern und da quietschen die Bremsen neben einem. Den Sechs-Meter-Satz, den man dann hinlegt, kann man ja auf die Tatsache schieben, dass man mal gegrillte Heupferde gefressen hat oder Laubfrösche im Terrarium hielt. Von wegen reduziert. Ich weiß instinktiv, was für mein Leben richtig wäre, ich bin nur zu faul dazu.

Sprache

Okay. Es plappert auf dem Planeten. In zig Sprachen. Da gibt es die chemische Sprache der Ameisen, die Liedsprache der Vögel, die Gestensprache der Reptilien, das Tänzeln der Bienen, das Infraschallbrummen der Elefanten, das Getrommel von Fühlern, das Knarzen von Schwimmblasen, röhren, brüllen, pfeifen und fiepen. Wale unterhalten sich über hunderte von Meilen hinweg, singen gar Lieder, stimmen sich bei der Jagd ab und werben um Weibchen. So interpretieren wir das. Haben wir wirklich eine Ahnung, was Delphine so reden? Was der Affenmann hinter Gittern im Zoo mit ein paar sparsamen Gesten seinem Weibchen mitteilt? Sind wir wirklich so toll, weil wir auf zig Arten stundenlang Gülle quaken können?
Mir sind Leute viel sympatischer, wenn sie auch mal das Maul halten können.

extreme Lernfähigkeit, kann geplant handeln

Stellen sie sich vor, sie wären eine Elefantenkuh. Ein Kälbchen noch. Sie laufen mit der Herde und merken sich jeden Schritt. Buchstäblich jeden Schritt. Sie haben das Pech, eine Dürre zu erleben und die alte Kuh, die gerade die Herde führt, findet das einzige Wasserloch in hunderten von Meilen Umkreis. Jahrzehnte später sind sie die Leitkuh. Und wieder ist Dürre und auch sie finden dieses Wasserloch. Weil sie sich´s gemerkt haben. Dummerweise sind inzwischen Zäune gezogen worden. Sie müssen denen ausweichen, sie müssen improvisieren. Einfach durchrennen geht nicht, das wissen sie, da war doch mal so ein Fall vor Jahren...böse die Beine zerschnitten, Infektion, aus die Maus. Lieber drumrum. Und von der anderen Seite ans Wasserloch, das nicht einmal die einheimischen Menschen kennen, obwohl die auch schon seit ein paar Tausend Jahrzehnten hier rumhängen. Na, was solls, die sind halt intelligent und bauen Wasserleitungen...

Denkvermögen. Verhaltensweise.

Also, ich weiß nicht. Ich kenne eine Menge Leute, die eine Menge schaffen, soll heißen, verändern, gestalten, meistens bloß einreißen oder hinklotzen, aber zum denken scheinen die nicht viel zu kommen. Ich hänge ganze Tage irgendwo herum und blicke den Wolken nach, ich hocke mit einem Buch auf Parkbänken oder liege in der Wanne und höre dem Leben in einem Hochhaus zu...gestaltet hab ich in meinem Leben nicht besonders viel, fürchte ich. Schlimm sowas.

Ich halte es nicht für besonders intelligent, sich gegenseitig abzuschlachten. Viecher machen sowas nicht, nicht in dem Ausmaß. Sicher, wenn der Marder in den Hühnerstall gerät, gibts Hühnchen zum Abendessen. Und viel davon. Aber sinnlose Gemetzel gibt es erst, seit es Menschen gibt. Die ja intelligent sind. Sein sollen.

Ich halte es auch nicht für ein Zeichen von Intelligenz, sich die eigenen Lebensgrundlagen planetenweit abzugraben. Einzeller passiert das, wenn sie einen Teich übersiedeln, bis der Sauerstoff alle ist und sie ersticken. Große Grasfresser haben Steppen leergefressen und sind eingegangen. Die Mayas spezialisierten sich auf Maisanbau und holzten dafür halb Yukatan ab, bis sie ihre "Hochkultur" nicht mehr ernähren konnten. Immerhin brauchte die ein paar hundert Jahre zum Aussterben. Die Ernährung umzustellen, was durchaus möglich gewesen wäre, ließ ihre Religion nicht zu.

Soviel ich weiß, gibt es nirgendwo in der Tierwelt eine Religion. Oder gar Priester, Rabbis, Bischöfe und Ayatollas. Welch ein friedliches Leben. In Einklang mit dem, was sie umgibt, durchstreifen die Wale die Weltmeere und die Tiger den Dschungel, so wie es vorher Mammute und Dinosaurier getan haben, die ja nun wirklich Pech hatten, aber auch eine gute Zeit. Der Sinn des Lebens besteht darin, glücklich in ihm zu sein und wer weiß denn wirklich, was ein Albatros empfindet, wenn er tagelang über dem wilden Ozean segelt, warum Bussarde hunderte von Metern über dem Wald sich in engen Kreisen immer und immer wieder begegnen und was die Ziesel träumen, deren Winterschlaf sechs Monate dauert. Selbst die verdammte Obstfliege, die ich grade aus meinem Wein gefischt habe, ist mit Sicherheit glücklich gestorben. Aber das angeblich intelligenteste Lebewesen im Umkreis von Lichtjahren hat zum glücklichsein das geringste Talent.

Mag ja sein, dass Tiere nicht intelligent sind. Aber für mich steht der Nachweis für uns noch aus.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Zeitumstellung

Aufwecken. Hochschrecken. Wecker beäugen. Stoßfluchen. Kleidung anwerfen. Kram raffen. Losrasen.

Und als mediamedialer Mensch hat man ja das Handy in der Linken am Leben. Zoo anrufen, komme etwas später, sorry. Die Kollegen bleiben cool. Okay Alter. Und lassen sich drei Minuten Zeit mit dem Rückruf.

"Du weißt aber schon, dass es erst kurz nach sieben ist, oder...?"

Nun könnte man in Ruhe weitermachen und den Tag bei einem Kaffee an der Tanke gemächlich loskriechen lassen...oder wieder hoch rasen und dem sich eigentlich selbst umstellen sollenden Funkwecker das Lied von den sechzehn Stockwerken vorspielen...

Dreimaldarfsteraten...

Montag, 19. Oktober 2009

Genuss der kleinen Dinge

Ach, ist das herrlich. Sieben Uhr morgens hoch schrecken, den Wecker verfluchen, ins Bad stürzen, panisch das Morgenritual einleiten...und dann feststellen, dass man ja frei hat und den ganzen Tag vergammeln kann, wenn man will. Sich aufseufzend ins Kissen sinken lassen. Ausstrecken und dehnen und sich den trostlosen Raum mit dem unbequemen Sitz vorstellen, in welchem man normalerweise in einer Stunde rumhängen würde...müde und kieferausrenkend gähnend, aber weder Ruhe noch eine bequeme Stellung findend und sowieso dann immer wieder hoch müssend, um schließlich doch mit hängendem Kopf freiwillig auf dem Grauasphalt im Kaltmorgen die gleichen Kreise zu gehen und zu drehen, die die eingesperrten Tiere ein paar Hundert Meter weiter ebenfalls absolvieren.

Kostbar, wenn dann noch jemand ist, von dem man beim Einschlafen träumen kann...

Sonntag, 18. Oktober 2009

Frage

Soll man als Träger eines friedhofsblonden Kurzhaarkopfpelzes ein anlässlich des letzten Damenbesuches hinterbliebenes Langdunkelhaar in der Badewanne diskret und wortlos entsorgen....

...oder es als Trophäe und Andenken unauffällig auf die gläserne Spiegelablage applizieren, um jedem Morgen das erste Lächeln zu entlocken?

Dreimaldarfsteraten...

Müllkochen

Hm. Die Salamischeiben im Kühlschrank sehen schon etwas...äh...dunkel aus. Die Wellenform stört nicht weiter, aber das Fett, das unten ausgetreten ist...kommt mit in die Pfanne. Das Olivenöl wirds schon rausreißen.

Die halbe Riesenzwiebel da wird in Verbindung mit einer kleinen frischen schon noch Geschmack entwickeln. Immerhin riecht sie noch. Und die gelbe Farbe bringt etwas Abwechslung.

Knoblauch dazu. Upps, lässt der sich leicht schälen. Offenbar im besten Alter. Ähem.

Aber was zum Teufel hat schwarzer Staub im Inneren einer Spaghettipackung zu suchen? Kurze Riechprobe...Schwarzschimmel. Das geht ja nun überhaupt nicht, weg mit dem Zeug. Hab ich das nicht grade erst gekauft? Ach, was solls, gibts eben andere Nudeln, ist eh alles fast derselbe Kram. Das Tomatenmark kommt immerhin noch rot aus der Tube.

Habs gegessen. Hab schon schlimmeres gegessen. Vielleicht war der Parmesan ein bisschen staubig...