Donnerstag, 2. Juli 2009

Stampede

Feierabend im Zoo. Es regnet und die Besucher laufen in der Eingangshalle zögernd auf und ab und hin und her und zerren ihre plärrenden Blagen mit und schließlich rennen doch alle zur Bahn. Stille kehrt ein. Das Telefon ist umso deutlicher zu hören.

Zuerst ist offenbar ein Bulle dran. Ich meine, ein Polizist. Oder auch nur ein eifriger Bürger, der endlich mal das life erlebt, was er sonst nur auf einer Mattscheibe anglotzt. Aber ich bezweifle, dass er im Moment etwas anderes tut.

Im besten Unterklassejargon viertelsatzt er meinem Kollegen eine Meldung hin. "Kühe ausgebrochn....!! Hier sin Kühe ausgebrochn...!! Ich steh hier nähmn Dierarzt...!! Mir ham glei geen Betäubungsmiddel mähr...!! Is glei alle...! Sie ham dor...!!"

Ich würde gern mal genauer wissen, wann die Fähigkeit verlorengeht, einen vollständigen Satz von sich zu geben. Vielleicht war sie auch nie da, wer weiß. Betäubungsmittel haben wir, zumindest die Tierärztin. Die gerade im Urlaub ist, gerade eben losgefahren. Also verbinden wir aufs Mobilfon des heute zuständigen Kurators. Soll der das klären.

Der nächste Anruf, nur Minuten später.

"Hier spricht DOKTOR P", sülzt er und noch eine ganze Menge anderes. Hier habe ich nun den typischen Vertreter akademischer Arroganz am Rohr, der seinen Dünkel raushängen lässt wie ein Chow-Chow die Blauzunge. Er informiert in wohlgestelzten Worten, dass die Herde außer Kontrolle sei und er als Vertretung von Dr. Sonstwie berechtigt sei, uns aufzufordern, sofort und schnellstens das Dope rauszurücken, was er hiermit tue. Er wünsche mit dem Zuständigen verbunden zu werden. Was ich nun tue. Wortlos.

Vier Minuten später wieder DR! P. Ein Herr Doktor Gülle---Gülle---irgendwas werde uns aufsuchen, um das Dope in Empfang zu nehmen, wir sollten ihn in Empfang nehmen. Bisher weiß ich weder, wo die Kühe rumlaufen, noch was da eigentlich los ist. Der gute Doc scheint das zu spüren. Er informiert ungefragt, dass bereits ein Unfall geschehen sei, die Polizei vor Ort und dass zur Verhinderung von Schäden an Leib und Leben unsererseits eine dringende Verpflichtung vorliege...Und so weiter und so fort. Minutenlang.

Der nächste Anruf kommt vom Kurator. Er hat das Zeug und wenn Dr. Gülle-irgendwas eintrifft, sollen wir anrufen. Dass er selber einen Ausnahmezustand zu managen hat, weil die heute morgen gelieferte Giraffe in ihrem Gehege den Panikboogie steppt, sagt er nicht. Er stellt auch nicht die Frage, die mir auf der Zunge brennt, nämlich, was zu Hölle die Leute denn eigentlich gemacht haben, als es noch keine allseits verfügbaren Betäubungsmittel gab. Haben die etwa ihre Kühe einfach so irgendwohin getrieben? Ja, wie denn, was denn...Und Funktelefone gabs auch nicht...Aber Wichtigtuer, die gabs bestimmt.

Überflüssig zu erwähnen, dass weder das Dope abgeholt wurde noch sich irgendjemand wieder zu dem Vorfall gemeldet hat.

Dienstag, 30. Juni 2009

Wat nu?

Sie fährt zögernd ein in die Einfahrt vom Parkplatz, daran erkenne ich auf Längen die Neulinge. Nun gut, hinter uns hat eine neue, eine nagelneue Seniorenresidenz aufgemacht, eine von der hochpreisigen Sorte. Ein kombiniertes Bauwerk, gleichzeitig Pflegeheim als auch bewohntes Betreuen oder betreutes Wohnen, die Übergänge sind wohl fließend. Der Zoo hat bereits begonnen, seine neuen Dauerklienten anzuwerben. Die dürfen wahrscheinlich auch alle hier parken, sofern sie noch fahren können. Oder dann ihr Pflegepersonal.

Eine von den Pflegedamen fährt also heute schon mal rein. Ich lasse sie rein. Warum nicht.

"Eines Tages werd´ich auch in so einem Heim rumsitzen, denke ich..."

Sie, losfahrend...."Ich wünsche ihnen das nicht!"


Ach ja. Danke für die Warnung.

Montag, 29. Juni 2009

Splitter

Neulich bei der Dienstplanung mit den Kollegen debattiert, dass es sich eigentlich für den verbandelten Mann durchaus lohnt, ebenfalls einen Regelkalender zu führen. Natürlich den der jeweiligen Partnerin. Denn was nützt ein freies Wochenende, welches man bei uns monatelang vorplanen muss, wenn dann...Kann man auch arbeiten gehen.

Wieso wird eigentlich in einem Ausschank dauernd eingeschenkt?

An der Ampel ein niedergerittener schwarzer Flachjapaner, aus allen Fenstern dröhnt Jacko-Mugge. Der Typ am Steuer hat einen schwarzen Hut auf und Tränen in den Augen und tatsächlich weiße Handschuhe. DAS nenne ich trauern.

Ach übrigens, der Pabst hat angerufen. Sämtliche Gebete für diese Woche sind abgesagt. Hat keinen Sinn, meint er. Gott könne nichts hören. Der wäre beim Michael-Jackson-Konzert.

Freitag, 26. Juni 2009

Abteilung Totgelacht

Bitte sagen Sie demnächst irgendetwas Kluges, sonst fange ich an, blöde Witze über ihre Haarfarbe zu machen.

Mein Tag ist gemacht dank Andrea Diener

Schwurbel

Haut mir das jetzt intellektuell und rufmäßig die Beine weg, wenn ich gestehe, dass ich mit Hermann Hesse nie was anfangen konnte? Viel zu verschwurbelt für meinen Geschmack, zu wortverliebt und ehrlich gesagt, man kann ein Steak mit Kartoffeln und Gemüse zwar auch essen, indem man es durch den Wolf dreht und dann den Brei löffelt, aber sobald man mit einem Messer umgehen kann, sollte man damit aufhören.

In der Bibliotheke festgestellt, dass es auch einen Film vom Steppenwolf gibt. Max von Sydow in der Hauptrolle. Okay, versuchen wir den mal. Oh Gott, schon die Musik ist Scheiße...

Brücken sind nichts schlechtes

whitebridge

Donnerstag, 25. Juni 2009

Muschebubu

Eine seltsame Stimmung heute über dem Elbtal. Die Wolken hängen so tief, dass sie die Elbhänge einhüllen. Es ist nicht kalt, aber die Wiesen sind feucht, die KLamotten klamm. Das ist der Tag, an dem die Ameisen ausschwärmen. Vielleicht schämen sich die Elbauen auch nur, weil sie kein Weltkulturerbe mehr sind.

nebelbruecke

nebelwiese

nebelwiese2

Und jetzt wirds ironisch.

naturdenkmal


Diese Brücke ist notwendig. Ihre Planung begann bereits zu Kaisers Zeiten. Ebenso wurden die Straßen, die auf die Brücke zulaufen, besonders breit und geradlinig angelegt. Man könnte so das Stadtzentrum quasi innerstädtisch umfahren. Die anderen Brücken der Stadt schaffen den Verkehr der Zukunft nicht, zwei davon sind alt und eng und so marode, dass sie in absehbarer Zeit gesperrt werden müssten. Elbtal hin oder her, die Stadt wächst und wird das auch in Zukunft tun.

Dienstag, 23. Juni 2009

So, wieder da

Erst mal ein paar Tage rumgegammelt. Irgendwas war noch im Busch, rechts ist das Gehör fast ausgefallen. Tante Doc meinte heute, es wäre nichts drin, aber eine Narbe auf dem Trommelfell. Habe ich mal eine Mittelohrentzündung gehabt? Kann mich nicht erinnern...

Naja, noch ein paar Tage frei, vielleicht schaffe ich es noch, endlich das neue Manuskript anzufangen. Einen Titel hab ich ja nun. Endlich.

Als kleine Fingerübung schon mal der Paddelbericht.


Komisch, in meinem Editor ist die Schrift anders...Ach, was solls. Keine Lust mehr.

Samstag, 13. Juni 2009

Expeditionsvorbereitungen

...machen manchmal mehr Spaß als die Reise selber. Wir wollen das nicht hoffen, aber das Wetter sieht zumindest am Montag mies aus. Na, mal sehen. Vielleicht fahre ich auch erst Dienstag los.

expedition

Es sieht zwar nicht so aus, aber ich schleppe nur wenig mit. Eine Handvoll Klamotten, drei Bücher, Zelt, Schlafsack, Mini-Luftmatratze, Kleinkram und einen Regenumhang. Die Küche wird das Lagerfeuer sein, sollte was fehlen, kann ichs ja unterwegs kaufen. Die Elbe ist nicht der Amazonas. Ich hoffe sehr, dass ich mit dem schnelleren Boot mehr Spaß haben werde und mir ein paar Abstecher erlauben kann.

Morgen noch mal Parkplatz. Wird schwer genug fallen. Die Schulter ist immer noch nicht in Ordnung, aber im Boot sitze ich wenigstens und kann die Hände ab und an auflegen.

Wird schon werden. Ich brauche wirklich ein paar Tage Stille und Abstand.

Bis später.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Hähä

13. PRISMA: Laptop-Dieb durch eingebaute Kamera identifiziert

Eigentor
Damit hatte ein Computerdieb im kalifornischen Berkley wohl nicht
gerechnet: Aufzeichnungen der Kamera eines gestohlenen Laptops brachten
die Polizei auf seine Spur. Der Mann hatte ein Autofenster eingeschlagen
und einen auf dem Ruecksitz zurueckgelassenen Laptop erbeutet. Waehrend
des Betriebs des gestohlenen Geraets fertigte die Kamera Fotos des
Diebes an. Diese wurden auf einer externen Archiv-Service Webseite
gespeichert. Der rechtmaessige Eigentuemer entdeckte die Bilder dort und
alarmierte die Polizei. Wenig spaeter wurde der Kriminelle verhaftet.



Quelle: http://www.buerger-cert.de/

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